Grundgesetz-Fest auf dem Synagogenplatz
Am 23. Mai ist ab 18 Uhr viel geboten – von Streichquartett und Chor bis Rap


„Wir stehen auf… unser Grundgesetz“, sagen die Aktiven des Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz und laden alle Interessierten zu einem Fest aus Anlass des 70. Geburtstages der Verfassung ein. Am Donnerstag, 23. Mai, gibt es ab 18 Uhr auf dem Platz der ehemaligen Synagoge ein vielfältiges Programm. Jugendliche und erwachsene Bürgerinnen und Bürger der Stadt bieten mit Musik, Theater und Redebeiträgen zahlreiche Anregungen, sich mit den Zielen des Grundgesetzes und der Wirklichkeit im Land auseinanderzusetzen.

„Das Grundgesetz – Alltagsbegleiter oder Altpapier?“ fragte provokativ ein Jugendlichen-Workshop der Volkshochschule und produzierte dazu einen kurzen Film, der auf dem Synagogenplatz seine Uraufführung erleben wird. Neben der Stadt Ludwigsburg begleiteten die Landeszentrale für politische Bildung und der Filmemacher Sebastian Weimann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Für die Stadt Ludwigsburg hat Oberbürgermeister Werner Spec seine Teilnahme zugesagt. „Dass die Stadtverwaltung seit vielen Jahren die zukunftsgewandte Erinnerungskultur auf dem Synagogenplatz mit trägt, ist ein gutes und wichtiges Signal“, finden die Veranstalter des Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz. „Nach der Verstrickung der Stadtverwaltung in die Brandstiftung vor über 80 Jahren zeigt solche Beteiligung immer wieder neu, wie grundlegend sich die Haltung verändert hat. Menschen in Ludwigsburg und die Stadtverwaltung gehen gemeinsam verantwortungsbewusst mit der Vergangenheit um.“

Eine „ernste komische Liebeserklärung an ein geschichtsträchtiges Musikstück“ präsentiert das Ludwigsburger Streichquartett gemeinsam mit der Schauspielerin Barbara Stoll: „Kaiserquartett und Deutschlandlied“ geht auf einen Text von Christof Stählin und die als Nationalhymne verwendete Musik von Joseph Haydn zurück.

Schülerinnen und Schüler der „Vorbereitungsklasse Arbeit/Beruf ohne Deutschkenntnisse“ der Robert-Frank-Schule haben eine Text-Musik-Aktions-Performance unter dem Titel „Wir stehen auf unser Grundgesetz“ gemeinsam mit Sascha Albrecht und Roland Schmierer vorbereitet. Aktive des Arbeitskreises Dialog Synagogenplatz haben einige der wichtigsten Artikel des Grundgesetzes auf ihren praktischen Wert in den zurückliegenden siebzig Jahren hin untersucht – die Ergebnisse werden in ansprechender Form präsentiert.

Mehrere musikalische Beiträge haben Musikerinnen und Musiker der Ludwigsburger Plattform „Lubu Beatz“ eigens für diesen Tag entwickelt und werden sie erstmals live präsentieren. Zeitgemäße Rap-Musik wird mit authentischen Texten von jungen Ludwigsburgern kombiniert, die sich erfreut und auch kritisch mit der Wirklichkeit in Deutschland auseinandersetzen.

Ein besonderes Highlight wird die Veranstaltung beschließen: Sängerinnen und Sänger der Kantorei der Karlshöhe unter der Leitung von Nikolai Ott haben ihre Mitwirkung zugesagt und kommen mit zwei besonderen Liedern zu diesem Tag auf diesen Platz.

„Wir feiern die Menschenrechte, die das Grundgesetz jedem und jeder garantiert“, so der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz und der Förderverein Synagogenplatz, die das Programm organisiert haben. „Und wir sind begeistert von der großen Bereitschaft engagierter und kulturell aktiver Menschen aus Ludwigsburg, dieses Fest zu unterstützen.“ Da der Synagogenplatz ein sichtbarer Hinweis darauf sei, wohin eine Missachtung der Grundrechte führe, sei dieses Datum „ein hervorragender Anlass für die Menschen der Stadt, hier Gesicht zu zeigen“ und eine sehr gute Einstimmung auf den darauf folgenden Wahlsonntag, der bei der Europawahl eine Möglichkeit biete, ausdrücklich die Kräfte zu stärken, die für die Menschenrechte einstehen.

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