Die sprechenden Bücher vom Synagogenplatz
Ausgedachte Interviews – geschrieben auf Basis sorgfältiger Recherchen und mit Respekt für die Personen der Geschichte. Als Figurentheater realisiert für die Aktion „Gute Wahl 2026“. Damit lädt der Ludwigsburger „Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz“ dazu ein, die herzerwärmenden Vorteile von Landesverfassung und Grundgesetz zu feiern.
Die Interviewreihe stellt Menschen aus Württemberg in den Mittelpunkt, die gegen die NS-Diktatur im Widerstand waren. Das Bewusstsein für diese Geschichten ist ein wichtiger Maßstab, um Parteien einzuschätzen, die aktuell gerne an die Macht möchten. Die eiskalten Strategien von Nationalismus und Menschenhass können leichter entlarvt werden, wenn man das Engagement und auch das Scheitern von Menschen aus früheren Generationen kennt.
Die Figuren sind bewusst handgemacht – und nicht von hochqualifizierten Abbildungs- und Animationsprogrammen erzeugt. Zwar inspiriert von Fotografien, sind sie doch eigenständig, freie Skizzen der Menschen, um die es hier geht. Auch die Stimmen wurden sämtlich von echten Menschen gesprochen (und nicht von so genannter „Künstlicher Intelligenz“). Allen Beteiligten unendlichen Dank!
Den „sprechenden Büchern“ gegenüber ist Lou, die Regenbogenkatze. Sie hat sich vom reinen Erkennungszeichen für das menschenfreundliche Engagement zur eigenständigen Akteurin weiterentwickelt.
-
Sophie Scholl
Sie ist eines der bekanntesten Gesichter des Widerstands gegen die NS-Diktatur: Sophie Scholl, Tochter einer schwäbischen Familie.
Zusammen mit ihrem älteren Bruder Hans und anderen, überwiegend jungen Menschen, hat sie sich in München in der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ mit friedlichen Mitteln engagiert. Sie wurde nach einem Schauprozess von der NS-Justiz ermordet.
Zwei Jahre ihrer Kindheit hat sie mit ihrer Familie in Ludwigsburg gelebt.Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Sarah Palarczyk · Suse Piwonka
Recherche, Text: Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Georg Elser
Georg Elser wurde viele Jahre lang in der bundesdeutschen Gesellschaft nicht wahrgenommen. Dass der Mann von der Ostalb im Alleingang einen ausgeklügelten Plan für ein Attentat auf Adolf Hitler entwickelt und umgesetzt hat, ist inzwischen bekannt. Der Schreiner und sein misslungener Plan werden als richtig und wichtig geehrt. Dass wenige Minuten das Attentat scheitern ließen, dass Elser mit seiner Einzelgänger-Methode nicht in der Lage war, die Veränderungen im Zeitplan wahrzunehmen und den Plan anzupassen – all das gehört zu dieser tragischen Geschichte von Hoffnung und Schuld.
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Jochen Faber · Suse Piwonka
Recherche, Text: Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Lina Haag
Lina Haag aus dem Ostalbkreis (mit Anna Haag nicht verwandt und nicht verschwägert) führte ein konsequentes Leben als Gegnerin der Nazis, aus kommunistischer Überzeugung heraus. Und da sie die Liebe noch über die Politik stellte, wollte sie unbedingt ihren im KZ eingesperrten Mann frei bekommen. Wie sie das schaffte, ist eine der sonderbarsten Geschichten aus dem häufig nur traurigen und grausamen Kampf des NS-Regimes mit vielen Menschen in Deutschland und anderen Ländern.
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Andrea Banse · Suse Piwonka
Recherche, Text: Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Eugen Ochs
Eugen Ochs war als fortschrittlicher Mensch ins Visier der Nazis geraten und wurde von ihnen im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt. Er überlebte. In Ludwigsburg die Gewerkschaft IG Metall neu aufzubauen und zu einer wichtigen Akteurin für Gerechtigkeit in der Arbeitswelt zu machen, war seine Aufgabe nach der Befreiung von der NS-Diktatur.
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Dr. Martin Wendte · Suse Piwonka
Recherche, Text: Walter Mugler
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Anna Haag
Anna Haag (mit Lina Haag nicht verwandt und nicht verschwägert) war strikte Gegnerin des Nazi-Systems. Doch für politische Aktionen sah sie während der Diktatur keine Grundlage. Im Kleinen versuchte sie, Menschen vom solidarischen Grundgedanken zu überzeugen und vom Verrat an Menschlichkeit abzuhalten. Ein großer Schatz sind ihre Tagebücher, in denen sie den Alltag des NS-Staats dokumentierte und damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Begeisterten, der Mitläufer und der skeptischen Menschen leistete. Ihr wichtigster Beitrag zu einer friedlicheren Welt kam nach dem Ende der NS-Herrschaft: Sie erreichte (mit wichtiger Unterstützung von anderen), dass es im deutschen Grundgesetz heißt: „Niemand darf zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Jochen Faber · Suse Piwonka
Recherche, Text: Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Jochen Faber · Suse Piwonka
Recherche, Text: Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Cäsar von Hofacker
Cäsar von Hofacker – in Ludwigsburg geboren, machte der konservativ und national eingestellte promovierte Jurist Karriere in der deutschen Rüstungsindustrie. Seine Hoffnungen auf deutsche Stärke durch Hitler schwanden, je klarer er die Verbrechen des Regimes erkannte. Er wurde ein Mitverschwörer der Militärs im Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die Hitler durch ein Attentat am 20. Juli 1944 töten wollten. Für seine Beteiligung wurde von Hofacker vom NS-Regime ermordet.
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Birger Laing · Suse Piwonka
Recherche, Text: Andrea Kling, Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Dr. Elisabeth Kranz
Elisabeth Kranz, aufgewachsen in Berlin, war eine fortschrittliche Frau – eine gute humanistische Bildung und ein Doktortitel am Ende der Lehramtsprüfung waren die Grundlage für eine ungewöhnliche Karriere in Ludwigsburg. Sie wurde Leiterin der „Mädchenrealschule“. Die Schule änderte mehrfach ihren Namen, Elisabeth Kranz änderte ihre Haltung nicht. So geriet sie in Konflikt mit dem NS-System und musste ihren Posten aufgeben. Sie lebte mit einer Kollegin zusammen, die Jüdin war und vor dem NS-Terror nach England floh. Eine andere wichtige Frau in ihrem Leben war ebenfalls Jüdin und wurde im KZ ermordet. Als Elisabeth Kranz nach dem Ende der Diktatur die Leitung des neu benannten Goethe-Gymnasiums übernahm, war sie von vielen bitteren Erfahrungen geprägt und blieb doch eine Menschenfreundin.
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Andrea Banse · Suse Piwonka
Recherche, Text: Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Richard Schmid
Richard Schmid war einer der Juristen (und das waren nicht sehr viele!), die sich nicht dem NS-System anschlossen und es in ihrer Arbeit unterstützten. Für seinen Widerstand landete er im Ludwigsburger Gefängnis und musste Zwangsarbeit für die Rüstungssparte von Firmen wie Hüller und Bosch leisten. Nach der Niederwerfung der Diktatur konnte er ohne braune Flecken auf seiner Vergangenheit Generalstaatsanwalt und Oberlandesgerichtspräsident werden. Sein klarer Blick auf zurückliegende und aktuelle Geschehnisse zeichnete ihn aus.
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Jochen Faber · Suse Piwonka
Recherche, Text: Inge Mugler
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
-
Ludwig Elsas
Ludwig Elsas wuchs in Ludwigsburg auf und floh vor dem NS-Terror bis nach Südafrika. Sein Vater wurde als deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg erschossen, als Ludwig noch gar nicht geboren war. Seine Mutter Jenny wurde von den Nazis ermordet, weil diese sich das Recht herausnahmen, Menschen jüdischer Herkunft das Leben zu verbieten. Ludwig hatte sich im „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ für den Erhalt der Republik engagiert – doch der Nazi-Terror war zu stark. Ludwig Elsas gründete dann in Südafrika eine Familie – und nannte seine Tochter Jenny. Als 2024 ein Stolperstein in der Alleenstraße für Ludwigs Mutter verlegt wurde, war ihre Enkeltochter dabei.
Figuren: Kastanientheater Ludwigsburg
Stimmen: Nicolai Köppel · Suse Piwonka
Recherche, Text: Barbara Pietsch, Jochen Faber
© Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz Ludwigsburg 2026 · Eigene Nutzung nach schriftlicher Genehmigung.
.png)